bockige Loks

Kurzschlüsse:

Eigentlich ist das gar kein Thema für routinierte Bastler. Aber Fragen von Trix- Freunden zeigen, daß es doch vorkommt:       Bei Dampflokomotiven kann eine kleine Unachtsamkeit zu stotterndem Lauf führen.

Bei allen Trix- Fahrzeugen führt der Rahmen (und auch das Metallgehäuse) den Massekontakt. Die Räder sind über die Außenschienen mit dem Plus- Pol verbunden. Deshalb ist peinlich genau daruf zu achten, daß kein Teil des Gestänges eine leitende Verbindung mit dem Rahmen oder dem Gehäuse bekommt. Bei einigen Modellen ist die Befestigung des Gestängeträgers aus Kunststoff bei anderen durch Isolierplättchen vom Rahmen getrennt. Genauso verhält es sich, wenn die Zylinder aus Metall sind (BR01, BR18, BR42, BR24, BR64).

Mir ist das selbst auch passiert, als ich meine BR18 mit einem Gestänge von Merker+ Fischer versehen habe. Eine Steuerstange führt in eine Halterung auf den Zylinder. DIese Halterung ist aus Metall. Bei aufgesetztem Gehäuse berührte der Umlauf diese Halterung. Die Folge war Stottern und wilder Funkenflug im Gestänge. Etwas Tesafilm unter dem Umlauf schaffte Abhilfe.

Bei vielen Lok muß man aufpassen, wenn man auf die Halteplatten der Seitenschleifer ein neues Kabel lötet. Ist die Lötfahne zu lang, berührt sie den Rahmen.

Bei alten Modellen sind oft die Kabelisolierungen brüchig. Diese sind unbedingt auszuwechseln. Leider siht man das nicht immer gleich. So hatte ich das bei einer BR01 schon einmal in der Halteschelle, welche das Kabel vom Tender auf dem Motor hält. Danach kann man lange suchen.

Auch die Isolierscheiben hinter den Treibrädern bei einigen Modellen sind deshalb wichtig: Fehlen diese, übertragen die Räder den Strom von der Außenschiene zum Rahmen (bei Bogenfahrt)

Klemmer im Getriebe:

Wenn man Lokomotiven gebraucht kauft, laufen diese oft recht unwillig.
Die üblichen Ursachen wie schmutzige Schleifer, Fusseln an beweglichen Teilen, Mangel an Schmiermittel und verstellte Räder (und damit klemmendes Gestänge) bei Dampflokmodellen untersucht man als erstes.

Eine 64 hat mich kürzlich fast zur Verzweiflung getrieben. Ich hatte die Lok komplett zerlegt, gefettet, Kohlen und Schleifer gewechselt. Die Räder waren genau justiert. Bevor der Motor wieder herein kam, wurde das Fahrwerk auf Leichtgängigkeit geprüft- astrein. Der Motor bekam neue Kohlen und lief absolut rund.

Motor eingeschraubt- Schiet. Die Lok lief erst an, wenn der Trafo halb aufgedreht war und das auch nur wiederwillig.
Also zur Kontrolle eine vorhandene, gut laufende Lok auseinander geschraubt- und sieh da: zwischen Motor und Rahmen lag ein dicker Papierstreifen, der für etwas Spiel zwischen Schnecke und Ritzel sorgte. Der fehlte bei der Neuerwerbung.
Außer Modellen, die ein Kardangelenk verwenden, haben alle Trix- Loks mit dem alten Permamotor eine Vorrichtung, um den Abstand zwischen Motorwelle und dem ersten Getrieberad zu justieren.
Bei der 64, 24, 80 ist es der besagte Papierstreifen. Papier mit 120 - 160 Gramm Gewicht leistet gute Dienste. Bei der 01, 18, V36 ist der Motor in seiner Halterung drehbar. Das heißt, die vorderen Schrauben liegen so, daß man den Motor etwas anheben oder absenken kann. Beim VT 98 (alt) drückt eine Justierschraube durch den Boden hinten unter den Motor.

Etwa 0,2 mm Spiel sollte zwischen Ritzel oder Schnecke auf der Motorwelle und dem ersten Getrieberad vorhanden sein (entsprechenden Draht durchschieben). Das Ergebnis ist verblüffend. selbst eine alte V36 schafft jetzt bei mir erhöhte Schrittgeschwindigkeit.

 

Klemmendes Gestänge:

Dampfloks und V36/ E63 haben oft verstellte Räder, so daß die Kuppelstangen klemmen. Man merkt das schnell an rythmischem ruckeln bei langsamer Fahrt. Da hilft nur viel Geduld, alle Räder einer Seite wieder in eine genaue Flucht zu stellen. Der Versatz gegenüberliegender Räder einer Achse beträgt 90 Grad.

Bei EXPRESS- Loks sitzen alle Räder auf Isolierbuchsen aus Kunstoff auf der Achse. Deshalb die Achsen niemals ölen, sondern fetten. Öl kann in die Buchsen kriechen. Dann verdrehen sich die Räder sehr leicht auf der Achse. Besonders bei den schweren Dampfloks (BR01/18, BR42) ist dann vorprogrammiert, daß nach einem starken Lastwechsel der Radversatz nicht mehr stimmt und das Gestänge klemmt. Mit einer solchen Lok niemals weiter fahren, sonst wird das Gestänge zerstört.

Schleifer:

Inzwischen sind für Express Fahrzeuge auch nicht mehr alle Schleifer verfügbar. Damit die vorhandenen lange halten, sind einige Punkte sehr wichtig:

- Gleise nicht schmirgeln. Die Oberfläche muß möglichst glatt sein. Der Roco- Reinigungsklotz ist halbwegs brauchbar. Schleifpapier muß mindestens eine 600-er Körnung haben.

- Schienenstöße sollten geglättet werden.

- Alte Schleifer kann man oft aufarbeiten, wenn das rechtzeitig erfolgt. Eine eingefräste Rinne sollte bald beseitigt werden. Da die Schleifer nur noch in dieser Rinne laufen und nicht mehr die ganze Oberfläche nutzen, wird sie sehr schnell tiefer.
Also müssen die Schleifer wieder rund geschliffen und geglättet werden. Dazu wird auf 200-er Schmirgelleinen erst die runde Oberfläche wieder hergestellt. Die Kratzer werden mit 600-er Schleifleinen geglättet. Abschließend wird die Oberfläche poliert. Dazu verwende ich eine Filzscheibe mit Polierpaste auf einer Minibohrmaschine.

Auf dem Bild sieht man zwei Schleiferpaare, die jeweils auf der selben Lok liefen. Hier kann man das Vorher/Nachher erkennen. Der Abnutzungsgrad war noch viel größer, als auf dem Bild bei den unteren Schleifern zu erkennen ist.

Stark abgenutzte Schleifer kann man mit Hartlot (keinesfalls Weichlot!!) wieder auffüllen.

Die Federn der Schleifer müssen manchmal nachgebogen werden, damit der Anpressdruck ausreicht. Ist dieser zu gering, verstärkt sich die Funkenbildung. Die Funken erzeugen, in Verbindung mit Ölresten auf den Gleisen, kleine schwarze Punkte auf den Schleifern, die bestens isolieren.

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